Seppi, Scottish-Fold-Kater, Portrait – Franziska Schären Stiftung
Ein Fall des Tierschutzvereins Toggenburg

Wenn Optik vor Gesundheit geht

Dieser Kater trägt den Namen Seppi. Sein Weg zurück zum freien Atmen.

Ein besonders trauriger Fall vom Aussetzen eines Tieres beschäftigte den Tierschutzverein Toggenburg. Der Scottish-Fold-Kater „Seppi“ wurde hilflos und entkräftet aufgefunden. Eine Untersuchung beim Tierarzt zeigte schnell das ganze Ausmass seines Leidens: Seppi ist ein Opfer der sogenannten Qualzucht. Unkastriert und krank wurde er alleine gelassen.

Aufgrund der gezielten Zucht auf extreme Merkmale – wie die gefalteten Ohren und eine immer kürzer werdende Schädelform – leidet der Kater unter ausgeprägter Brachycephalie (Kurzköpfigkeit). Seine oberen Atemwege sind so stark verengt, dass er unter chronischer Atemnot leidet. Typische Schnarch- und Röchelgeräusche sind kein „niedliches Rassemerkmal“, sondern der verzweifelte Versuch des Körpers, Sauerstoff zu bekommen.

Die Osteochondrodysplasie (OCD) ist eine unheilbare Erbkrankheit, welche verantwortlich ist für die rassetypischen Faltohren. Sie führt zu Fehlbildungen von Knochen und Knorpeln, was oft schon in jungem Alter zu schmerzhafter Arthrose und Bewegungsunfähigkeit führen kann – ein Qualzuchtmerkmal.

Um Seppis Lebensqualität zu retten, führte kein Weg an einer Operation vorbei. In einer Spezialklinik mussten die Nasenflügel operativ erweitert und das überschüssige Gewebe des Gaumensegels gekürzt werden. Solche Eingriffe sind für den Tierschutz mit enormen Kosten verbunden. Der Fall zeigt einmal mehr: Tiere wie Seppi zahlen den Preis für den Wunsch des Menschen nach einem bestimmten „Design“.

Seppis Weg beim Tierschutzverein

Seppi wird seit sechs Wochen vom Tierschutzverein Toggenburg betreut. Inzwischen wurde er kastriert und gegen seinen Schnupfen behandelt. Eine Röntgenuntersuchung zeigte: Anders als viele Scottish Folds hat Seppi bislang keine Probleme mit der erblichen Gelenkerkrankung OCD. Seine Atmung bleibt jedoch stark eingeschränkt.

In Absprache mit der Tierklinik Marigin wurde eine Operation der Nasenflügel nötig, damit Seppi ein tierschutzkonformes Leben mit freier Atmung führen kann.

Seppi beim Tierarztbesuch – Franziska Schären Stiftung
1
Gefunden und aufgenommen
2
Kastriert und medizinisch versorgt
3
Operation der Nase

Die Franziska Schären Stiftung

Für seine Behandlung stellte der Tierschutzverein Toggenburg bei der Franziska Schären Stiftung ein Gesuch um finanzielle Unterstützung. Die Stiftung übernimmt sämtliche Operations- und Behandlungskosten.

„Der Vorstand des Tierschutzvereins Toggenburg ist der Stiftung von Franziska Schären sehr dankbar. Ohne ihre grosszügige Hilfe wären Schicksale wie das von Seppi kaum zu bewältigen – solche Eingriffe verursachen enorme Kosten.“

Tamara Rubitschon, Tierschutzverein Toggenburg

Leben

Der Atem

Ein Atemzug.
Dann noch einer.
Und noch einer.
Das ist fast nichts.
Und trotzdem geschieht in diesem Augenblick das Leben.

Wir schenken ihm kaum einen Gedanken.
Er begleitet uns vom ersten Augenblick unseres Lebens an.
Und verlässt uns erst mit dem letzten.

Wir Menschen wissen, wie kostbar freies Atmen ist.
Wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn der Atem schwer wird.

Ein Tier weiss das nicht.
Es lebt einfach mit dem, was ist.
Es kennt nur diesen Atemzug.
Und den nächsten.
Und den nächsten.

Was geschieht, wenn der Atem nicht mehr frei fliessen kann?
Das Leben wird eingeschränkt.
Was selbstverständlich war, wird nicht mehr selbstverständlich.
Bewegung wird schwerer.
Die eigene Welt kann nicht mehr frei erfahren werden.

Leben lassen

Die eigene Welt

Nicht nur das, was sichtbar ist.
Sondern auch das, was unsichtbar bleibt.

Was heisst das für eine Katze?

Eine Katze entdeckt.
Sie spielt.
Sie jagt.
Sie ruht.
Sie lebt in ihrer eigenen Welt.
Sie ist Katze.

Was geschieht, wenn dieses Leben aus dem Gleichgewicht gerät?
Wenn es Hilfe braucht.

Dann braucht es jemanden,
der hinschaut.
Der wahrnimmt.
Der antwortet.

Aquarell-Illustration, Katze im Enso-Kreis
Seppi, Nahaufnahme – Franziska Schären Stiftung

Damit eine Katze wieder Katze sein kann.

Franziska Schären Stiftung